Proseminar: Determinismus
Das Determinismusprinzip ist ein Gegenstand, der die Philosophie seit der Antike in all ihren Teilbereichen beschäftigt. Die Debatte hat über die Jahrhunderte jedoch so gut wie keine Einigkeit generiert. Nicht einmal in Bezug auf den Gehalt oder den Status des Determinismusprinzips herrscht Klarheit. Für die einen behauptet das Prinzip die Existenz einer Ursache für jede Wirkung, für die anderen die Gleichheit der Wirkungen bei Gleichheit der Ursachen, nach Meinung dritter hat das Prinzip nichts mit Kausalität, sondern nur etwas mit Voraussagbarkeit zu tun, und schliesslich gibt es Philosophen, die dem Prinzip jeglichen Gehalt absprechen. Die einen sehen im Determinismusprinzip ein metaphysisches Prinzip, während andere finden, man könne nicht von der Welt, sondern nur von wissenschaftlichen Theorien sinnvollerweise aussagen, sie seien deterministisch. Noch weiter auseinander gehen die Meinungen hinsichtlich der Gültigkeit des Determinismusprinzips. Den einen ist der indeterministische Charakter der Standardinterpretation der Quantenmechanik Grund genug, das Prinzip als falsch zurückzuweisen, die anderen halten es für eine Wahrheit a priori. Die heftigsten Kontroversen drehen sich aber nicht um Gehalt, Status oder Gültigkeit des Prinzips, sondern um die Frage, welche philosophischen Konsequenzen aus dessen allfälliger Gültigkeit bzw. Ungültigkeit zu ziehen wären. Um nur ein Beispiel zu nennen: Für die einen würde die Gültigkeit des Prinzips die Freiheit des menschlichen Willens verunmöglichen, die anderen sehen gerade in dessen Gültigkeit die Voraussetzung für freien Willen. Wir werden in dieser Veranstaltung Ordnung in dieses Durcheinander bringen und die verschiedenen Positionen gegeneinander abwägen.
Testatvoraussetzung bzw. Grundlage für die Benotung bildet die regelmässige Abfassung von Kurzessays zu den gelesenen Texten. Alle Seminartexte werden auf dieser Seite zum Download bereitgestellt.
Materialien: